eindrehender Tieflöffel beim Seilbagger (Menck-Studie 50er Jahre)

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    • eindrehender Tieflöffel beim Seilbagger (Menck-Studie 50er Jahre)

      Hallo zusammen,

      vor einiger Zeit bekam ich von einem Mitglied der IGhB (Interessengemeinschaft historische Baumaschinen) eine Skizze mit einer hochinteressanten Einrichtung, die ich bisher überhaupt nicht kannte. Die IGhB hat das alte Menck-Archiv vor dem Schredder gerettet und möchte dies der Nachwelt erhalten. Die Skizze stammt vom damaligen Menck-Chefkonstrukteur Kuehn und nahm sich des Problems an, dass beim Seilbagger der Tieflöffel konstruktionsbedingt nicht eingedreht werden kann und dann dabei bei lockerem steinigen Material die Hälfte wieder raus rieselt. Fotos sind keine bekannt, wahrscheinlich wurde das auch nie gebaut. Die recht grobe Skizze zeigt einen Typ M250 (80 Tonnen Gewicht) und vor allem die Seilführung, so wie der gute Mann sich das gedacht hat.

      Normalerweise läuft das Hubseil über den A-Bock zur Spitze des Löffelstiels, dort um eine Rolle und wieder zurück zum A-Bock, wo es angeschlagen ist. In diesem Fall hier ist es nicht am A-Bock angeschlagen, sondern wird dort um eine zweite Rolle gelegt und läuft zum Lager, wo der Löffelstiel am Ausleger angelenkt ist. Dort geht es dann um eine seitliche Rolle runter zum Löffel und ist dort an einer Kurvenscheibe befestigt. Diese Kurvenscheibe ist drehfest mit dem Löffel verbunden. Wird nun der Ausleger angehoben, zerrt das Hubseil an der Kurvenscheibe und der Löffel wird dabei eingedreht.

      Ich werde allerdings dazu keinen neuen Bagger bauen, sondern einen vorhandenen umrüsten. Beim bereits hier vorgestellten Typ M154 sind wohl die Lager der Haupttrommeln defekt und müssen ausgetauscht und dabei direkt verstärkt werden. Im Zuge dessen erhält der Bagger auch stärkere und besser passende Motoren. Die bisher verwendeten RB35:50 waren für den Greifer zwar passend, für den Schleppkübel aber zu schnell, die zuvor eingebauten RB35:100 für den Greifer zu langsam. Daher werde ich hier RB35:69 extra einbauen, die angeblich 100% mehr Leistung zu den normalen RB35 haben. Diese Motoren habe ich schon hier liegen.

      Zum Abnehmen der Maße dient ein HO-Modell von Kibri. Eigentlich ist diese Modellausführung ein "fake", die Tieflöffelausrüstung für den M154 (ab 1961) war schon nicht mehr lieferbar. Das passt dann gut zu der wohl auch nicht gebauten Ausrüstung des eindrehbaren Tieflöffels. Die Proportionen des Modells scheinen mir aber bis auf den zu niedrigen A-Bock passend.



      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • Hallo Wolfgang, :moin: :moin:

      ich bin immer wieder erstaunt, was Du uns hier zeigst.
      Ich bin selbst nicht mehr der jüngste und kann mich noch an die Zeit erinnern, wo Seilbagger unterwegs waren,
      aber so genau habe ich als Kind / Jugendlicher dann doch nicht hingeschaut.
      Wünsche Dir gutes Gelingen bei Deinem neuen Bauvorhaben. ;prost

      Es grüßt Dich er Traktorfahrer :fahrer
      Reiner
    • schraddel wrote:

      Seilbagger wrote:

      Das glaube ich jetzt nicht das du was von den alten Geräten nicht kennst. =O

      es sind noch weitere bisher nicht (mehr) bekannte Sachen aufgetaucht, z.B. dieser massive Schlaghammer auf einem Tieflöffel. Wurde mit Druckluft betrieben und sollte das Eindringen in schieferhaltigem Boden erleichtern. Wurde getestet bei der Moselbegradigung Ende 50er/Anfang 60er Jahre. Es ist eindeutig ein Menck, wahrscheinlich Typ M90 oder M152 oder vielleicht doch ein Mb wegen dem teilweise genieteten Löffel. Es ist nur dieser Fotoausschnitt bekannt, rätselhaft bleibt, warum am Löffelstiel 2 Rollen sind, eigentlich ist die Hubrolle mittig zwischen den Holmen.

      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1