Metz L32 Drehleiter - Freiw. Feuerwehr Ettlingen

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    • Metz L32 Drehleiter - Freiw. Feuerwehr Ettlingen

      Guten Abend zusammen,

      zunächst wünsche ich noch allen ein frohes neues Jahr ;) .

      Diesen Thread möchte ich nicht nur zur Vorstellung meines neuesten Modells nutzen, sondern auch um mich selbst vorzustellen :) .
      Ich bin schon seit vielen Jahren stiller Mitleser in diesem Forum :top .

      Mein Name ist Jonas, ich bin 28 Jahre alt und von Beruf Entwicklungsingenieur. Angefangen hat der Modellbauvirus bei mir mit dem Modellflug vor ca. 15 Jahren (Segler, E-Segler, Impeller-Jets).
      Zum Funktionsmodellbau bin ich vor ca. 10 Jahren gekommen. Ich wollte unbedingt einen eigenen, vollfunktionsfähigen Hydraulikbagger haben.
      Deshalb war mein allererstes Funktionsmodell ein Hitachi Zaxis 470 LCH-3 im Maßstab 1:14,5 als kompletter Eigenbau. Die Bauzeit betrug ca. 6 Jahre, da ich lediglich in den Semesterferien und ab und zu am Wochenende zum Bauen kam.
      Diesen werde ich auch bei Gelegenheit hier im Forum vorstellen...
      Da die augegrabene Erde auch abtransportiert werden wollte, kam als nächstes Modell ein Traktor mit Krampe-Mulde (Blocher) hinzu. Als Vorbild wählte ich einen Fendt 936. Übernommen wurde nur die Karosserie vom Bruder Modell, der Rest ist Eigenbau.
      Auch dieses Gespann wird noch vorgestellt werden ^^ .

      Nun aber zurück zum eigentlichen Thread.
      Da ich auch privat bei der freiwilligen Feuerwehr bin, lag es ja nahe, auch ein Funktionsmodell mit zwei blauen Rundumleuchten auf dem Dach zu bauen.
      Deshalb stellte ich mir die Frage: Mit welchem Feuerwehrfahrzeug wirst du lange Spaß haben? An Funktionen sollte es nicht mangeln. Ebenso sollte es kein bekannter Bausatz oder weiterer Bruder-Umbau sein. Ich wollte was Eigenes, Einzigartiges bauen.
      Meine Entscheidung viel dann auf eine Drehleiter. Viele Funktionen und dadurch aber auch ein sehr anspruchsvolles Vorhaben mit dem Leiterpark von dessen Funktion das gesamte Projekt abhing :112: .

      Bei diesem Modell wollte ich nichts dem Zufall überlassen und somit entstand im ersten Schritt das gesamte Modell im CAD. Ein zwischenzeitlich angeschaffter 3D-Drucker sollte sich beim Druck vieler Karosserieteile und des Leiterparkes beweisen...

      Es sollte eine L32 Dreheiter der Firma Metz aus Karlsruhe werden. Da mir die Farbgebung der hier in der Nähe stationierten Drehleiter aus Ettlingen sehr gefällt und ich sie schon mehrmals an der Einsatzstelle live sehen konnte, stand das Vorbild fest.
      Gestartet habe ich mit dem Projekt im November 2017.
      Dieser Typ der Drehleiter wurde noch ohne den knickbaren Leiterpark gebaut.

      Hier ein Bild des Originals:





      Alles Weitere folgt dann nach und nach ;)


      Viele Grüße
      Jonas
      Viele Grüße
      Jonas
    • Hallo zusammen,

      es geht los :] .


      Da mein 3D-Drucker nur einen Bauraum von ca. 20x20x20cm hat und mir extern eingeholte Angebote exorbitant teuer erschienen, habe ich die insgesamt 4 Leiterteile in kleinere Teile aufgeteilt. Jedes Leiterteil wurde dann der Länge nach in 4 Steckteile geteilt.
      Außerdem sind die seitlichen Teile ("Geländer") und die Leitersprossen separat gedruckt. Alles wird dann final ineinander gesteckt und verklebt. Somit besteht jedes der insgesamt 4 Leiterteile aus 12 Teilen .


      Hier mal ein Bild vom ersten Leiterteil im CAD:




      Der gesamte Leiterpark im CAD (hier noch ohne Korb):

      Viele Grüße
      Jonas
    • Guten Abend zusammen,

      freut mich, dass das Projekt auf Interesse stößt :) .
      Das Projekt ist zum jetzigen Zeitpunkt schon zu ca. 85% fertig. Dennoch möchte ich hier nach und nach die Bilder einstellen, um den gesamten Baufortschritt zu zeigen ;) .


      Hier ist das 1. Leiterteil fertig und provisorisch zusammengesteckt:




      An das Fahrgestell der Drehleiter hatte ich folgende Anforderungen:
      - Nur angetrieben Hinterachse
      - Felgen-, Reifendurchmesser sowie-design dem Original entsprechend
      - Zwillingsbereifung hinten

      Somit fiel die Wahl auf ein Tamiya Fahrgestell, das ich billig ohne Aufbau erstanden habe.


      Fertig aufgebaut:




      Geändert wurde Folgendes:

      - Reifentausch: Lowliner-Reifen wie beim Original
      - Da das gesamte Modell von einem 3s Lipo versorgt wird, wurde der Original-Motor (7,2V) gegen einen 12V-Motor getauscht
      - Rahmen in der Mitte getrennt und mit zwei L-Profilen rechts und links verlängert (das obere Bild zeigt noch den Original-Zustand)
      - stärkere Blattfedern, da das finale Modell zu schwer sein würde


      Hier hatte ich Beides mal probeweise zusammengestellt:

      Viele Grüße
      Jonas
    • Hallo Jonas,
      ein interessantes Modell das du da, auf die Beine stellst. Besonders der Leiterpark aus dem 3D Drucker begeistert mich.
      Wir haben bei uns in der Feuerwehr auch eine DLK 42 von Magirus stehen.
      Hatte mir auch mal überlegt diese Nachzubauen. Was mich aber davon abhält, ist der Leiterpark.
      Aus Messing wird er zu schwer, und die Teile aus PS zu schneiden ist mir dann doch zu aufwendig.
      Werde deinen Bericht auf jedenfall weiter Verfolgen. )bil
      Gruß Ralph :thumbup:
    • Guten Abend,

      danke euch für das positive Feedback!


      @ Ralph:
      Das Gewicht des gesamten Leiterparkes ist auch als 3D-Druck nicht ganz ohne. Aus Steifigkeits- und Festigkeitsgründen habe ich den Füllgrad des Drucks recht hoch gewählt, so dass das Gewicht nicht unerheblich ist.
      Ich kann den Leiterpark mal bei Bedarf wiegen - aber so schwer wie mit Messing wird er dann doch nicht sein.

      @ Daniel:
      Wie auf dem Orignal-Bild zu sehen wird es ein Mercedes-Benz Atego. Hier habe ich nur das Fahrerhaus von BAM Modellbau gefunden, allerdings im Wedico Maßstab und deshalb wäre es ohne Änderungen nicht zu verwenden gewesen.
      Deshalb entstand das Fahrerhaus auch im CAD.

      @ Sebastian:
      Bitte nicht falsch verstehen, aber zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich keine Dateien von meinem Projekt rausgeben.
      Es ist sehr viel Hirnschmalz und Zeit in die Konstruktion des CAD-Modells geflossen. Das würde ich jetzt nicht übers Herz bringen, die Dateien einfach so zu verteilen - Sorry.



      So es geht weiter mit Bildern :) :)

      Das Fahrerhaus im CAD:




      Das erste Teil des Fahrerhauses auf dem Drucker:




      Wie man im obigen Bild schon erkennen kann, sind die 3D-Druck Teile nicht nachbearbeitungsfrei. Es ist wirklich ein enormer Aufwand, die Teile einigermaßen glatt zu bekommen :112:
      Sehr aufwendig war die Nacharbeit der Leiterteile, da man an viele Stellen nur schwer hin kommt :cursing:
      Ein wichtiger Faktor ist hier auch die Positionierung des Druckteils auf dem Druckbett.


      Folgendermaßen arbeite ich alle 3D-Druckteile nach:
      1. Schleifen mit 240er Schleifpapier bis die"Schichten" kaum noch zu erkennen sind
      2. Sprühspachtel aus der Dose. Nicht sparen damit ;) min. 2 dicke Schichten
      3. Schleifen mit 600er Schleifpapier
      4. Nassschleifen mit 1000er Schleifpapier
      5. Farblack
      6. Klarlack


      Hier die fertig lackierte Stoßstange

      Viele Grüße
      Jonas
    • Guten Abend zusammen,

      Nun noch ein paar Infos bezüglich der Funktionen und deren Realisierung – habe ich anfangs ganz vergessen :huh:

      Als Funke habe ich schon jahrelang eine Taranis x9d plus im Einsatz.
      Die freie Zusammenstellung und Programmierung der Mischer und Spezialfunktionen finde ich einfach klasse.

      Verbaut sind im Modell insgesamt zwei 8-Kanal Empfänger, so dass ich theoretisch 16 Kanäle zur Verfügung habe.
      Die Funke hat 8 Proportionalkanäle. Da ich alle 4 Stützen separat aus- und einfahren sowie die 4 Stützzylinder einzeln hoch und runter fahren möchte, reichen die 8 Proportionalkanäle nicht aus.
      Deshalb sind noch zwei 2x4 Funktionswahlschalter von CTI verbaut.
      Macht also insgesamt 24 Kanäle :D

      Das Modell kann in zwei Betriebsmodi betrieben werden:

      1. Fahrmodus (Fahrmotor, Lenkservo, Servo für 3-Gang Getriebe, 4x Stütze ein/ausfahren)
      2. Arbeitsmodus (Leiterpark drehen, Leiterpark auf/ab, Leiter ein/ausfahren, 4x Abstützung hoch/runter, Korbregelung)

      Die Lichtfunktionen sind in beiden Modi verfügbar.
      Als Soundmodul habe ich das Servonaut SM7 verbaut. Grund dafür war das bereits integrierte Martinshorn. Allerdings hat mir nicht gefallen, dass der Nebenantrieb drehzahlunabhängig ist.
      Deshalb habe ich mir Folgendes überlegt:
      Ich trenne die PWM-Leitung des (Fahrmotor-)Steuereingangs vom Soundmodul mithilfe von einem PhotoMos Relais.
      Gleichzeitig wird mit einem zweiten PhotoMos Relais die PWM-Leitung des Pumpenmotors mit dem Steuereingang des Soundmoduls verbunden, so dass dadurch die Drehzahl des Soundmoduls immer der Pumpendrehzahl folgt.
      Die Schaltung der PhotoMos Relais erfolgt beim Schalten in den Arbeitsmodus. Zusätzlich wird beim Schalten in den Arbeitsmodus die Leerlaufdrehzahl erhöht.

      Das Aus- und Einfahren der Stützen wurde mithilfe von vier Getriebemotoren und Zahnstangen umgesetzt.
      Die Abstützung ist wie beim Original jeweils mit einem Hydraulikzylinder realisiert. Ebenso wird der Leiterpark mit zwei parallel laufenden Hydraulikzylindern angehoben und abgesenkt.
      Das Ein- und Ausfahren der Leiter geschieht mithilfe von zwei Getriebemotoren. Das hat mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet :112:

      Verbaut ist eine Hydraulikpumpe mit Tank von Magom HRC. Ebenso habe ich die vier Stützzylinder und die beiden Hubzylinder für den Leiterpark auf Maß bei Magom fertigen lassen. Auch die Ventile (insgesamt 5 Stück) stammen aus Spanien.
      Ich persönlich kann die negativen Erfahrungen, die man ab und an in den Foren bezüglich der Magom Hydraulik liest, nicht bestätigen. Bisher arbeitet die gesamte Hydraulikanlage sehr zuverlässig.
      Mag aber auch daran liegen, dass meine Pumpe nicht dauerhaft läuft, wie z.B. in einer Baumaschine…

      Elektronikseitig werden viele Lichtfunktionen mit Schaltmodulen von CTI getriggert. Die eigentliche Ansteuerung (Blaulichter, Frontblitzer, Blinker, Begrenzungsleuchten, Abblendlicht mit Xenon-Effekt, Warnblinker an den 4 Stützen, Korbausrichtung mittels Servo, …) erfolgt dann über ein Arduino Due Mikrocontroller-Board.
      Dieses Board regelt auch bei Aktivierung der Korb-Funktion die Neigung des Korbes. Am Leiterpark ist ein Gyro angebracht, der mir zyklisch den aktuellen Winkel des Leiterparkes übermittelt. So kann ich das Servo im Korb ansteuern und den Korb immer automatisch im Wasser halten.
      In Planung ist noch ein Gyro für das Fahrgestell mit dessen Winkelinformationen (2 Rotationsachsen) ich die vier Stützzylinder so ansteuern kann, dass die Drehleiter immer im Wasser steht.



      Puh, ziemlich schwere Kost – ich weiß :/
      Aber für den ein oder anderen vielleicht interessant…

      Bilder zu den einzelnen Punkten folgen...
      Viele Grüße
      Jonas
    • Guten Abend zusammen,

      schön, dass das Projekt so auf Interesse stößt :)


      @ Gerhard:
      Anfangs dachte ich tatsächlich, dass ich genügend Platz zur Verfügung hätte. Doch da habe ich mich getäuscht - es geht schon alles sehr eng zu.
      Vor allem die ganzen Kabel unterzubringen gestaltet sich sehr schwierig. Inzwischen sind bestimmt 20m Kabel im Modell verlegt - und es geht noch weiter :112:


      Der Kühlergrill (noch unlackiert, aber schwarzes Filament) mit den zwei Frontblitzern:



      Hier sind schon Aussparungen für jeweils 2x 3mm LEDs vorgesehen. Diese werden dann durch ein angeschliffenes Plexi-Glas abgedeckt.



      Hier habe ich die Stoßstange und die beiden vorderen Kotflügel provisorisch montiert:




      Ein Türscharnier besteht aus 8 Druckteilen:





      Der hintere Aufbau:



      Alle Teile sind gedruckt, außer die weißen Platten in der Mitte. Das sind Polystyrol-Platten.
      Die Teile sind mal provisorisch verklebt, um das Fahrgestell mit entsprechenden Aufnahmen versehen zu können.
      Danach wird alles wieder auseinander gebaut, verspachtelt, geschliffen und lackiert.



      Auf dem folgenden Bild sind die beiden vorderen Teile des Aufbaus gezeigt. Bereits lackiert und mit Beschriftung:





      So, bis dann ;)
      Viele Grüße
      Jonas
    • Hallo zusammen,

      ein paar weitere Bilder ;)


      Das Fahrgestell mit nahezu vollständigem Fahrerhaus:



      (hier waren die seitlichen Abdeckungen mit dem L32 Schriftzug und die Stoßstange sowie die vorderen Kotflügeln noch nicht lackiert, außerdem war das noch der Kühlergrill V1)



      Mit aufgelegtem Leiterpark von der Seite:




      Hinterer Aufbau + Trittstufe + Geräteraum (die Rolläden werden nicht funktionsfähig sein, da sich dahinter sowieso nur Elektronik- und Hydrulikkomponenten befinden):




      So, bis dann :)
      Viele Grüße
      Jonas
    • hi

      Das zitierte :

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      Nun noch ein paar Infos bezüglich der Funktionen und deren Realisierung – habe ich anfangs ganz vergessen

      Als Funke habe ich schon jahrelang eine Taranis x9d plus im Einsatz.
      Die freie Zusammenstellung und Programmierung der Mischer und Spezialfunktionen finde ich einfach klasse.

      Verbaut sind im Modell insgesamt zwei 8-Kanal Empfänger, so dass ich theoretisch 16 Kanäle zur Verfügung habe.
      Die Funke hat 8 Proportionalkanäle. Da ich alle 4 Stützen separat aus- und einfahren sowie die 4 Stützzylinder einzeln hoch und runter fahren möchte, reichen die 8 Proportionalkanäle nicht aus.
      Deshalb sind noch zwei 2x4 Funktionswahlschalter von CTI verbaut.
      Macht also insgesamt 24 Kanäle

      Das Modell kann in zwei Betriebsmodi betrieben werden:

      1. Fahrmodus (Fahrmotor, Lenkservo, Servo für 3-Gang Getriebe, 4x Stütze ein/ausfahren)
      2. Arbeitsmodus (Leiterpark drehen, Leiterpark auf/ab, Leiter ein/ausfahren, 4x Abstützung hoch/runter, Korbregelung)
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      würde mich etwas mehr interessieren.
      Bei meinem Projekt sind ja auch stützen u stützteller vorhanden .
      Habe da kürzlich von beier ne Erweiterung gesehen für die carson Reflex 14 k .
      Hast du von den stützen Pics?
      Dein Bericht ist toll ,da bleib ich dran. :thumbsup:
      ::: WISSEN IST MACHT -
      NIX WISSEN MACHT AUCH NIX :::
    • Ja, von den Stützen gibt es auch Bilder ;)

      Wie schon geschrieben, werden die Stützen über vier Getriebemotoren und Zahnstangen ein- und ausgefahren.
      Die Stützen selbst sind ja Hydraulikzylinder.


      Hier die vier "Schienen" die ein- und ausfahren und an denen die Zylinder verschraubt werden:



      Die Zahnstangen sind aufgelötet. Rechts und links von der Zahnstangen werden noch qaudratische Kunststoffprofile verklebt, so dass die Schienen auch geführt sind.


      Die fast fertige Stütze mit Zylinder und Abdeckung (noch nicht nachgearbeitet, kann aber über die zwei Schrauben leicht nach oben abgezogen werden:



      Was noch aussteht ist der Tausch der Kolbenkopfstücke. Im Moment sind noch die originalen, runden Endstücke dran. Die werden bald ersetzt.


      Und so schaut es im eingebauten Zustand aus (noch ohne die angesprochenen Fürhrungsschienen, aber so funktioniert es durch die Anpressung des Zahnrades auch schon recht gut).
      Die Motorhalter sind gedruckt und mit einem Langloch versehen, so dass man das Spiel zur Zahnstange einstellen kann.





      So, bis dann :)
      Viele Grüße
      Jonas