Hanomags letzter Gigant - Robust 901 A

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    • Hanomags letzter Gigant - Robust 901 A

      Hallo zusammen.

      Ich hab mich wieder verliebt. Diesmal in einen blauen Schlepper - den größten Schlepper, den Hanomag je in Serie gebaut hat - einen Robust 901 A.
      Die Linienführung gefällt mir irre gut, und dazu noch dieser wahnsinnig tolle Sound. Ich finde diese Schlepper extrem gut gelungen.
      Ich habe also angefangen zu recherchieren und dann entschieden - genau so einer wird es. Wieder im Maßstab 1:8.

      Dies wird zugleich mein erster Allradschlepper und zugleich der erste Schlepper mit ganz viel Inhalt - mechanische Diffsperre hinten, Planeten in allen Achsen, 2-Gang-Getriebe, Soundmodul, starker Heckkraftheber, Licht und eventuell noch ein paar weitere Extras. Der Schlepper soll dabei wieder so originalgetreu wie möglich werden.
      Und er wird zu kaufen sein - diesmal lege ich alles von Anfang an darauf aus. Falls jemand Interesse hat, gerne melden. Bis zur Fertigstellung wird es aber noch bestimmt ein bis zwei Jährchen dauern.


      Zum Original:

      Der Robust 901A ist der größte Hanomag-Schlepper, der je in Serie gebaut wurde.
      Er wiegt bis zu 4 Tonnen, hat einen 6-Zylinder-Motor mit bis zu 92 PS Leistung, eine APL3050 Allradvorderachse mit Planetengetriebe, hebt ca. 3000 kg am Heck und hat eine Reißkraft von ca. 1300 kg.
      Es wurden insgesamt nur etwa 735 Stück gebaut. Zum Glück steht ein Original in meiner Nachbarschaft, und ich durfte sogar schon Bilder machen. Und wer auf Youtube mal nach Hanomag 900 sucht, weiß, warum ich ein Soundmodul einbauen muss :D
      Ich hab mir ein Schuco-Modell gekauft, das leider fehlerhaft und teils sehr undetailliert ist. Zudem habe ich eine Betriebsanleitung gekauft und viele Bilder recherchiert. :)

      Grundsätzlich zum Modell:

      Nach umfangreichem Schmökern in den Bauberichten in diesem tollen Forum habe ich mich für ein Differential vom Carbon Fighter 3 entschieden. Dieses erhält eine mechanische Sperre, die über ein Mikroservo und eine Klauenkupplung greift. Die Vorderachse baue ich aus Kosten- und Optik-Gründen selber. Sie erhält kein Differential, sondern stattdessen einen starren Durchtrieb mit Freiläufen. Das Getriebe wird ein 2-Gang-Getriebe aus einem Makita-Schrauber sein. Der Antrieb erfolgt durch einen 200 Watt Brushless Motor, das ganze System läuft mit 11,1 Volt.
      Neben einem Soundmodul werde ich wahrscheinlich auch einen Mikrocontroller verbauen, der sich um diverse Sachen kümmern kann. Mal schauen, ob das klappt :gk .

      Ich habe diesmal erst die Komponenten sortiert. Die Außenhaut kommt dann zum Schluss. Auch diesmal werde ich viel 3D drucken, aber auch einige Strahlschnitt-Teile verbauen. Zielgewicht wird 10 bis 15 kg sein ^^ .

      Hier ist eine erste Zusammenstellung:




      Viele Grüße

      David
    • :moin:

      eine sehr gute Entscheidung diesen Schlepper zu bauen! Als Modell hab ich den noch nie gesehen.
      In Original dagegen sehr oft, auch von innen! Das Getriebe war nicht unbedingt das allerbeste, da gab es schon mal Probleme.
      Endlich mal ein Schlepper aus Hannover!

      Gruss, Claus
    • Hallo David 8o

      Da freue ich mich aber wieder mal auf einen tollen Baubericht :]

      Den Schlepper hab ich noch nicht gekannt.

      Wünsche dir viel Spass beim bauen und gutes Gelingen :thumbsup:
    • Hallo zusammen.

      Vielen Dank schonmal für die Motivation. :top

      TinWin wrote:

      Super Model David,

      machst du die Vorderreifen selbst, oder kannst die wo kaufen?
      Wenn alles klappt wird man sie bald in der Agrarschmiede kaufen können.


      berger wrote:

      echt Klasse dass du den Bau jetzt offiziell machst ich wünsche noch gutes Gelingen..
      Vielen Dank! Es sind noch viele Hürden zu nehmen...


      Claus wrote:

      Als Modell hab ich den noch nie gesehen.
      Dankeschön! Ich habe den auch noch nie gesehen. Schade eigentlich.


      Claus wrote:

      Das Getriebe war nicht unbedingt das allerbeste, da gab es schon mal Probleme.
      Danke für den Tip, das hätte ich beim Nachbauen fast vergessen ?wegl
      Die Anmerkung ist auf jeden Fall richtig. Es gab zwei Versionen, eine unsynchronisierte und eine synchronisierte Version. Die Synchronisierte soll anfälliger sein. Ob die Unsynchronisierte auch Probleme hat, weisst Du wahrscheinlich besser - ich hab keine Ahnung ?(


      Claus wrote:

      Endlich mal ein Schlepper aus Hannover!
      JOG hatte schonmal einen gebaut, wenn ich mich recht erinnere. Der war auch sehr gelungen, mit Fritzmeier Verdeck, meine ich.


      HM-CUSTOM wrote:

      Da freue ich mich aber wieder mal auf einen tollen Baubericht
      Vielen Dank! Ich gebe mir Mühe! Vielen Dank auch für die guten Wünsche!!


      Ackerfahrer wrote:

      Das ist ja mal eine Ansage!

      Reifen hinten 18.4 -38 ? vorne bin ich gespannt.
      Dankeschön. Vorne hab ich 12.5 - 20, das ist die einzige Option für die Triebachse laut Hanomag Handbuch. Hinten kann ich zwischen 15-30 und 15.5-38 wählen.
      Im Moment habe ich aufgrund der gewählten Zahnräder im Modell die Wahl zwischen 190mm bis 196mm Abrolldurchmesser.
      Da passt der Pistor Kleber Fitker 480/70R35 ganz gut.
      Also gar nicht sooo weit weg mit 18.4-38, wobei dieser ein bisschen zu groß wäre.


      Fendtkatze wrote:

      Ein schöner Oldtimer

      Ich bleibe auf jeden Fall dran.
      Danke Dir. Ich freue mich über das Interesse! :top


      Viele Grüße

      David
    • So, auf gehts.

      Ich fang mal mit dem 2-Gang Getriebe an.
      Als ersten Schritt hab ich mir ein Paket alter Akkuschrauber von Makita besorgt. Die gibt es für schmales Geld in der Bucht, meistens weil der Akku kaputt ist.

      Als allerersten Schritt muss man das Bohrfutter lösen. Das geht nämlich am Besten, wenn das Futter und der Griff noch dran ist. Wenn man von Vorne ins Futter guckt, dann sieht man eine Schlitzschraube am Boden in der Mitte. Das ist eine Linksgewindeschraube. Die muss raus. Meine saßen bombenfest, aber die sind definitiv Linksgewinde.
      Als nächstes spannt ihr einen großen Inbusschlüssel ins Futter. Den Akkuschrauber dann im Schraubstock einspannen. Das Futter hat ein rechtsgewinde, also muss man es mit dem Inbusschlüssel entsprechend losdrehen. Da das Futter auch bombenfest sitzt, schaltet man am Besten in den kleinsten Gang. Und dann schlägt man mit einem Gummihammer auf den Inbusschlüssel. Wenn das Futter einmal gekommen ist, kann mans ganz einfach von Hand abschrauben.


      Das alles geht zur Not auch, wenn man das Getriebe vorher ausgebaut hat :whistling: . Dann muss man versuchen, mit einer guten Zange von innen die Abtriebswelle zum Bohrfutter zu halten und aussen auf den Inbusschlüssel zu schlagen. Die Fotostory behandelt diese zweite Methode X/




      Den Motor kann man einfach rausziehen. Die weiße Stange ist zum Schalten:



      Danach kann man einfach das gesamte Innenleben Stück für Stück rausziehen:
      An der weißen Stange hängt ein Aussenzahnrad, welches letztlich durch Hin- und Herschieben die Schaltung darstellt. In vorderer Stellung ist der Aussenring fest, in der hinteren Stellung kann er mitdrehen. Das ändert die Drehzahl der Ausgangswelle der ersten Planetenstufe.




      Das weiße Gehäuse schraub ich ab:



      Die zweite Planetenstufe, alles aus Stahl. Wunderschön :love:



      Einmal auskippen...



      Jetzt kommen einem auch diese Metallstifte entgegen. Das ist der essentielle Teil der Überlastkupplung. Wenn der Schrauber dreht, versuchen die Stifte aus dem Gehäuse rauszukommen. Wenn ihnen das gelingt, überträgt das Getriebe keine Kräfte mehr. Eine starke Feder hält über eine Art große Unterlegscheibe aber dagegen und drückt die Stifte wieder zurück. Diese Feder kann man über die Drehmomenteinstellung am Schrauber entsprechend vorspannen.
      Im Modell fliegt die Feder raus. Die Stifte werde ich entweder verkleben oder formschlüssig am Rauskommen hindern. Auf jeden Fall ist es einfacher, wenn man die aufbewahrt und wieder einbaut.



      Jetzt musste ich "nur" noch das Futter abbekommen. Wenn man, wie ich, erst das Ding auseinanderbaut, muss man mit der Zange arbeiten.
      Erstmal vorne den Inbusschlüssel einspannen, das ist der leichte Teil. Man sieht das Außengewinde, auf das das Futter gespannt ist.



      Jetzt mit einer guten, scharfen Zange hier an den Flächen gegenhalten. Die sind nicht allzu groß.



      Und vorne auf den Inbusschlüssel schlagen. Irgendwann bricht das Futter los :]




      Jetzt kann man auch die Drehmomenteinstellung abbauen. Man sieht die oben erwähnte Feder, die die Zylinder nach hinten drückt.



      Als alles auseinander war, hab ich alles vermessen. Die Datei findet man im Download-Bereich.

      Mit dieser Zeichnung habe ich angefangen - der ganze Hanomag wächst quasi um das Getriebe.


      Ahso - noch vergessen. Für das Abziehen des Zahnrads auf dem Motor habe ich ein dünnes U-Stahl-Profil genommen und da einen Schlitz in der Breite 3,2 mm reingesägt. In den Schlitz passt die Motorwelle, aber nicht das Zahnrad. Ich schieb den Motor mit der Motorwelle da rein und schlag mit einem Hammer von oben vorsichtig die Motorwelle durch das Zahnrad.

      Viele Grüße

      David
    • Stimmt, ich habe den Brillant 600 gebaut. Wenn alle Faktoren passen, würde ich auch gerne mal wieder auf Deinen Parcours kommen.

      Aber hier geht es um den großen Bruder. Sehr schönes Modell, habe ich auch schon mal dran gedacht. Aber zur Zeit ruht bei mir alles. Ich habe das gleiche Problem wie Stephan.

      Hier bleibe ich auf jeden fall dran.
    • Weiter gehts.
      Nachdem das Getriebe klar war, habe ich alle anderen Komponenten darum herum sortiert.
      Das Akkuschraubergetriebe hat ein seltsames Außengewinde mit 9,5mm Aussendurchmesser. Zugleich befindet sich dort aber auch ein Absatz für die Kugellager. Dieser hat 12mm Durchmesser. Ich werde auf diesen Absatz zwei Kugellager und ein Zahnrad kleben. Das Zahnrad übersetzt sich mit einem weiteren Zahnrad ins Schnelle. Von diesem zweiten Zahnrad geht die Kraft auf die Vorderachse. Durch die schnelle Übersetzung sinkt das Drehmoment, so dass ich den Kegelradtrieb in der Vorderachse entlaste.

      Die entsprechende Innenwelle des Akkuschraubergetriebes hat 5mm Linksgewinde. Dort werde ich eine 5mm Welle mit Loctite einkleben.

      Die 5mm Welle soll nachher ans Hinterachsdifferential. Leider hat die Eingangswelle ins Diff einen 7mm Außensechskant. :112:
      Mein Ansatz ist nun, den 7mm Außensechskant mittels einer Steck-Nuss mit einer M4 Schraube zu verbinden.
      Dann brauche ich nur noch einen Adapter, um die 5mm Welle mit dem M4 Gewinde zu verbinden. Das mache ich starr über eine Hülse oder, bei Bedarf, über eine Flexkupplung, je nachdem, wie es läuft.
      Die Teile sind nur Beispiele aus meiner Grabbelkiste, ich plane beim Zusammenbau keine Steck-Nuss aus dem Baumarkt zu nehmen. Die 3 Teile:



      In der Nuss ist jetzt die M4 Schraube:


      Und so sieht es zusammengesteckt aus, die M4 Schraube muss dann mit der 5mm Welle verbunden werden:



      So ähnlich wird's dann fertig aussehen:


      Ich könnte auch was fräsen, drehen, schleifen oder was weiß ich. Aber das lohnt sich hier nicht - die M4 Schraube mit Festigkeit 12.9 kann nach Tabelle mit etwa 6,5 Nm angezogen werden.
      Nach meinen Berechnungen müssen aber nur 2,5 Nm übertragen werden. Durch die Planeten in der Hinterachse hätte ich dann 30 kg "Kraft" an der Lauffläche des Reifens. Das muss man erstmal auf die Erde bringen. Trotzdem hätte ich in diesem Fall einen Sicherheitsfaktor von etwa 2,5. Reicht. :thumbsup:

      Das Differential scheint für diese Kraft überdimensioniert. Das Differential sollte aber wegen der hohen Kosten einfach halten - ich hab den Platz, daher gehe ich hier kein Risiko ein. :)

      Ich bin dann wieder im Keller.

      Bis zum nächsten Teil.

      Viele Grüße

      David
    • In letzter Zeit habe ich mehr Zeit mit Zeichnen und Formenbasteln verbracht als sonstwas.
      Leider sieht man das im Ergebnis nicht wirklich.
      Die Vorderachse hat richtig Nerven gekostet. Ich bin von Option zu Option gegangen, irgendwas war immer im Weg. Zunächst wollte ich die Achse ohne DIff bauen, aber die Planeten in den Rädern wurden zu lang. :fiess Dann habe ich ein Tamiya-Diff eingebaut, dieses war aber viel zu groß. :sauer Jetzt ist ein Diff aus einem 1:10er Buggy drin, dafür sind die Planeten in den Achsen kleiner. (1:5 statt 1:14). Zusammen mit der Übersetzung vom Diff musste ich das Vorgelege am Durchtrieb zur Vorderachse anpassen, um auf die richtige Raddrehzahl zu kommen. :112: :112: Dazu musste die Achse auch verstärkt werden, um die höheren Drehmomente ohne zu große Verformung zu übertragen.
      Als das alles klar war, wollte ich die Winkel der Lenkhebel machen. Das hab ich zeichnerisch gelöst, aber das resultierende Lenktrapez stimmte nur für große Lenkeinschläge. :112: Ich hab im Internet ein Excel-Sheet gefunden, mit dem man das Lenktrapez berechnen kann. Mit den Startwerten aus der zeichnerischen Lösung habe ich damit den Lenkhebelwinkel "zu Fuss" so angepasst, dass das Lenktrapez für Lenkeinschläge bis ca. 30° ganz gut passt. :)

      Anbei ein Bild von der aktuellen Geometrie.Es passt soweit alles ganz gut.



      Am Abzweig vom Getriebe zur zur Vorderachse wird noch eine Überlastkupplung eingebaut. :)

      Viele Grüße

      David