Der Gäste Scania, ein lowest Budget Projekt

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    • Der Gäste Scania, ein lowest Budget Projekt

      Der "Gäste Scania"


      Viele Besucher auf Veranstaltungen fragen nach den Kosten für einen RC Truck, manche um Kopfschüttelnd über so viel Geld für 'Spielzeug' den Platz zu verlassen, oder eben aus echtem Interesse.
      Die zweiten werden aber leider zu oft von deutlich drei- fast vierstelligen Beträgen abgeschreckt, sich mit dem Thema Truckmodellbau zu beschäftigen.
      Für Einsteiger wie z.B. Schüler oder Jugendliche ist es einfach nicht machbar, mal eben einen kompletten Tamiya Zug mit allem Zubehörgesummsel zu finanzieren.
      Mit etwas technischem Geschick, einfachen Werkzeugen und Bastelspaß kann aber ein für den Anfang brauchbares Modell entstehen.

      Konkret
      Mein Sohn Max und ich fahren mit Tamiya Modellen, MAN und Scania.
      Wenn nun Freunde von Max zu uns kommen, möchte er gerne mit denen fahren. Da ich ( ja, da bin ich egoistisch! ) nicht einsehe, dass die Kollegen, die ja nicht immer wirklich Ahnung von den Modellen oder der Bedienung haben, mit seinem MAN oder meinem Scania vor die Möbel krachen, musste Abhilfe her. Ist halt doof wenn sie Max nur beim fahren zuschauen können.
      Wedico oder Tamyia schieden als Basis aus, der Kosten wegen, auch für gebrauchte Modelle.

      Mit einem Bruder Modell in 1:16 ist man aber schon gut bedient, die große Auswahl an Führerhäusern oder Aufbauten ist toll, Spielwert auch noch vorhanden. Ich besorgte mir einen 3-Achser Scania Müllwagen für 5€ über Kleinanzeigen, mit einem Schaden am Aufbau. Egal, wird 'eh nicht gebraucht. Als Antrieb spendete ein Hua Peng (?) Förch US Truck Werbemodell seine Komponenten, hier ging auch Wedico oder Robbe, aber bei 15€ für den Truck konnte ich nicht Nein sagen. Die RC Anlage war defekt, der Rest war soweit OK. Einen Fahrtregler plus die Pistolengriffanlage waren günstig zu bekommen und die letzten Posten, die gekauft werden mussten.

      Baustart
      Motor, Getriebe und Hinterachsen waren schnell demontiert, ebenso die Vorderräder mit den Achsschenkeln. Die Vorderachse selber war unbrauchbar, da sie keine korrekten Lenkwinkel hatte, Ackermann lässt grüßen. Die original Reifen schienen geeignet, die Gummimischung ist nicht Knochenhart.
      Am Bruder Modell trennte ich den Rahmen kurz vor und hinter den Hinterachsen mit der Japansäge durch. Die nun offenen Enden des Kunststoffprofiles wurden mit Abschnitten von massivem Eichenparkett verfüllt, damit dort später durchgehende Schrauben Halt finden. Beide Rahmenteile verbindet nun als Längsträger jeweils ein Alu L-Profil. Die Länge ergab sich aus der Position vom Motor am Rahmen hinter der Vorderachse, der Länge der Kardanwelle und dem Maß der Doppelhinterachse. Diese ist pendelnd aufgehangen um Teppichkanten den Schrecken zu nehmen.


      Erste Anproben noch mit dem Bruder Rahmen:






      Richtungsweisend
      Von der Vorderachse waren nur die Achsschenkel mit den Rädern brauchbar, die Zapfen der alten Spurstange wurden abgetrennt und neue Lenkhebel aus Alumaterial angefertigt. Um korrekte Lenkwinkel zu erhalten, muss die Achsgeometrie gemäß dem Ackermann Lenkeffekt aufgebaut sein. Das betrifft die Position der Anlenkpunkte der Spurstange auf dem Lenkhebel.
      Einfach gesagt, sie müssen auf einer V-förmigen Linie von Mitte Differenzial der Hinterachse zum Drehpunkt des Achsschenkels liegen. Dann lenken die Räder in unterschiedlichen Winkeln ein und die Kurvenradien stimmen. In der Ansicht von unten ergibt sich dann ein Trapez aus Mittellinie der Vorderachse quer zum Rahmen, parallel dazu die Spurstange und den Lenkhebeln. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht, beschert aber eine wunderbare Lenkbarkeit des Modelles.

      Eine Federung ist nicht vorhanden, da wir mit dem Modell je eher in der Wohnung fahren, ist das auch nicht so tragisch. Der Typ 380er Motor sitzt komischerweise im rechten Winkel zur Kardanwelle am Getriebe, das ergab dann entsprechend seiner Einbauposition den Radstand. Kardangelenke sind nicht vorhanden, den Längenausgleich in der Hinterachse erledigt ein Kronrad auf dem Differenzialkorb, das von einem breiten Ritzel angetrieben wird. Einfach aber effektiv für den Zweck.
      Das Lenkservo hängt Kopfüber im Rahmen zwischen Vorderachse und Motor/Getriebe. Die Anlenkung erfolgt über einen Umlenkhebel sehr direkt. Den Lenkeinschlag habe ich nach dem Raum der Reifen zum Rahmen eingestellt, also bis kurz vor dem Punkt, an dem die Reifen schleifen. Die Radhäuser mussten etwas bearbeitet werden, damit dort auch genügend Platz zum schwenken ist.
      Im Rahmen hinter dem Getriebe fand der Regler vom Elektronik Fillialisten mit dem "C" im Namen seinen Platz, der Empfänger flutschte auch noch mit hinein. Der Akku liegt unterhalb der Ladefläche auf dem Querrohr der Pendelachse um etwas Druck auf den Reifen zu haben.
      Außen am Rahmen wurden noch die Original Anbauteile vom Bruder Modell angeschraubt, wirkt einfach schöner.
















      Auf die Piste
      Die ersten Fahrtests waren sehr zufriedenstellend, alles klappte wie es sollte.
      Da die original Reifen auf Laminat leicht rutschten, habe ich Abschnitte von einem Schubkarren Reifenschlauch aufgezogen, das verbesserte die Traktion schon.
      In der Wohnung ist das Modell sehr wendig und macht Spaß beim rangieren, Bruder Anhänger lassen sich natürlich ankuppeln. Eine Ladefläche entstand aus Sperrholzresten, einfach auf Gehrung geschnitten und als offener Kasten verleimt, passt.

      Fazit
      Ein RC Truck Modell für 100 Euro fahrfertig? Das geht nicht!
      Stimmt, in diesem Fall war es sogar günstiger, zum reinen fahren für Anfänger reicht es aber aus. Das wurde bisher sehr ausgiebig genutzt, nicht nur von den Gästen!






      ..... als Zug Einsatzbereit ......
      Gehe mal zum entspannen am LKW Modell bauen, Gruß Harald
    • Rasenparker wrote:

      Der "Gäste Scania"


      Viele Besucher auf Veranstaltungen fragen nach den Kosten für einen RC Truck, manche um Kopfschüttelnd über so viel Geld für 'Spielzeug' den Platz zu verlassen, oder eben aus echtem Interesse.
      Die zweiten werden aber leider zu oft von deutlich drei- fast vierstelligen Beträgen abgeschreckt, sich mit dem Thema Truckmodellbau zu beschäftigen.
      Für Einsteiger wie z.B. Schüler oder Jugendliche ist es einfach nicht machbar, mal eben einen kompletten Tamiya Zug mit allem Zubehörgesummsel zu finanzieren.
      Mit etwas technischem Geschick, einfachen Werkzeugen und Bastelspaß kann aber ein für den Anfang brauchbares Modell entstehen.
      Genau das ist für mich Modellbau. Auch für mich war am Anfang ein Tamiya oder Wedico Truck aus Kostengründen in weiter Ferne. Ich habe damals aber nicht die Flinte ins Korn geschmissen, sondern habe mir mit dem Dickie Unimog U300 erstmal meinen Traum erfüllt. Hinterachs Differenzial permanent gesperrt und die Fernsteuerungskomponenten von Dickie gegen eine echt proportionale günstige 40 MHz Anlage ausgetauscht - schon hatte ich ein Modell was ziemlich gut ging und so manchem teurerem Modell im unwegsamen Gelände sogar aufgrund des 4 Rad Antriebes noch mehr oder weniger "die lange Nase" gezeigt hat.

      Ich finde daher Deine Lowest Budget Version absolut super :top :res :top
    • Moin,

      danke für die positiven Rückmeldungen.
      Ja, mein Fokus lag hier auf Lösungen, die man auch mit minimaler Werkzeugausrüstung hinbekommt.
      Akkuschrauber, Säge, Feile und Lötkolben, der Rest ist Hirnschmalz.

      Auch wenn das Modell einfach aufgebaut ist, es funktioniert und macht den Nutzern Spaß.







      ..... und die drei hier haben jedenfalls Spaß mit den Modellen.
      Das war bei Bekannten in der Speditionshalle mit meinen aufrollbaren Straßen, nur so zum spielen.

      P.S. : Ich arbeite gerade an Texten zu den Aufliegern, bitte um Geduld, wird was, .......
      Gehe mal zum entspannen am LKW Modell bauen, Gruß Harald
    • ..... und geht doch kaputt .....

      Technik Update 1.0

      Im Laufe der Zeit musste ich das Werkzeug doch wieder auspacken.

      Einige der kleinen Gäste haben einfach nicht das richtige Händchen für die Bedienung des Modelles. Das ist die Gruppe von Zwergen, die zu Hause eine Carrera GO ihr eigen nennen. Da kann man immer volle Kanne fahren, also Regler bis zum Anschlag drücken, die Modele fliegen nicht aus der Bahn.
      Bei meiner 1:25er Bahn baue ich gerne mal mit fiesen Kurven, aber das ist ein anders Thema....

      Diese Bürschchen haben auch RC Modelle vom Spielwarenladen mit der Giraffe im Logo am Start, da geht das genauso.
      Um den Scania zu fahren, bitte ich bei der kleinen Einweisung immer um sanftes Gasgeben, nicht digital Aus/Vollgas. Hilft leder nicht immer, manche sind echt völlig Beratungsresistent, als Antwort höre ich dann, "Bei meinem Buggymodell, das läuft sogar über 60Km/h, brauche ich das auch nicht."

      Gut, das Ende vom Lied war ein Scania, der zwar noch die Kardanwelle drehte, aber die Räder nicht mehr, Grmpf.
      Diagnose: Abgebrochene Zähne am Kronrad des Differenziales.




      Nun ist Ersatz nicht mal eben zu besorgen,der Versuch eines Umbaus auf ein Robbe Kegelrad des 80er Jahre US Truck war eine Sackgasse.


















      Über eine Suchanzeige bei ebayKleinanzeigen konnte ich dann recht unkompliziert zwei Chassis zu einem fairen Preis kaufen und die Achse reparieren. In dem Zuge tauschte ich auch noch die Räder an den Hinterachsen aus. Die Lösung mit den Abschnitten von einem Schubkarren Reifenschlauch war doch nicht der Weisheit letzter Schluss. In derSpeditionshalle unserer Freunde fuhr das Modell wie auf Glatteis.
      In der Bastelkiste fanden sich noch Räder mit Luftkammerreifen eines, vermutlich, Robbe 1:10 Jeep Laredo oder CJ7 aus den 80er Jahren. Die Bohrung der Felge und die 6-Kant Aufnahme passten zu den Achsen, also montiert. Im Durchmesser sind die nun etwas größer, ist auch nur noch Einfachbereift wie ein Unimog, aber fährt sich um einiges besser. Steigungen verlieren ihren Schrecken, das zählt.

      Somit ist der Gäste Scania wieder am Start.






      Gehe mal zum entspannen am LKW Modell bauen, Gruß Harald
    • ..... nicht nur für kleine Gäste!

      In den Sommerferien machten wir einenTagesausflug zum Grugapark in Essen.
      Nach einer ausgiebigen Runde durch denPark landeten wir, geplant, auf dem Parcours der MTFE.

      Unsere Modelle waren flott ausgepackt,wir hatten aber noch Oma und Opa dabei. Der Kollege vom MTFE bot Opa Walterdann an, mit den Gastfahrzeugen fahren zu können.
      Hat er gemacht und Spaßgehabt auf einer Runde über den Parcours. Da wir auf Verdacht auch den GästeScania dabei hatten, man weiß ja nie, stieg Walter dann um.
      Von US Sattelzugauf Euro Motorwagen. Er hat sich sehr gut gemacht, keinen Unfall gebaut und dasFahrzeug auch nicht irgendwo auf die Seite geschmissen. Respekt, im besonderenwenn man bedenket, das er KEINEN Führerschein besitzt und noch nie mit einem RCModell vorher gefahren ist.
      Fällt das dann noch unterJugendförderung?

      Mir schien mit der Pistolengriff Funkekam er besser klar als mit der Stick Anlage, er war gut 45 Minuten hochkonzentriert auf Achse.
      Als krönenden Abschluss wurde ihm dann ein Modell TruckFührerschein ausgehändigt, hat er sich redlich verdient. Ich vermuteallerdings, die Mitglieder der MTFE tragen bei den Führerscheinen nicht so oftbei Geburtsjahr die Zahl 1935 ein.....





      Walter, Trucker aus Leidenschaft.
      Gehe mal zum entspannen am LKW Modell bauen, Gruß Harald