Kaelble Dreiradwalze

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    • Kaelble Dreiradwalze

      Hallo zusammen,

      schon länger wollte ich eine Walze haben, natürlich passend zum Fuhrpark. Das schließt einige Bauarten eben aus. Walzenzüge wie heute gang und gäbe, gabs damals nicht. Die ersten Tandemwalzen (vorne und hinten gleiche Bandagen) ab es schon in den 1930ern, blieben aber lange Exoten. Vibrationswalzen (die bauartbedingt viel bessere Ergebnisse bei geringerem Gewicht erzielen) gabs erst in den 1960ern, ebenso Gummiradwalzen.

      Jahrzehntelang vorherrschend waren statische Dreiradwalzen, abgeleitet von Dampflokomobilen. Dampfantrieb wurde bis Ende der 1940er Jahre in Deutschland verwendet (Henschel, u.a.). Kaelble allerdings baute bereits vor dem ersten Weltkrieg (als erster weltweit) Motorwalzen , die anfangs Benzinmotoren hatten, ab 1924 dann eigen entwickelte Dieselmotoren.

      Auslöser zum Bau war ein zufällig entdecktes HO-Modell von artitec (NL) und nützliche Detailaufnahmen einer restaurierten Walze im Technikforum-Backnang. Ein HO-Modell lässt sich mit Messschieber einigermaßen gut abmessen und umrechnen.

      Allerdings habe ich schnell feststellen müssen, dass ein paar technische Kniffe schon notwendig sein werden. Vorlagen als Modell kenne ich nur das sehr schöne 1:10 Modell einer Kemna-Walze von Helmut (hrs-modell). Die eigentlichen Walzen habe ich als Auftrag an eine Dreherei gegeben, deshalb sind die noch nicht zu sehen.


      so soll die Walze mal aussehen


      Den Rahmen habe ich aus diversen Aluwinkeln und Blechen verschraubt und verklebt. Da sehr wenig Platz vorhanden ist (Rahmenbreite nur 40mm) und die Walze trotzdem Gewicht haben wird, habe ich nur einen (dafür kräftigen) Motor eingebaut, einen RB35:200. Antrieb über Kegelradgetriebe auf die beiden hinteren Walzen. Differential gibt es keines, dafür werde ich die beiden Walzen nur lose auf den Antriebswelle laufen lassen und die Drehbewegung über zwei Mitnehmerstifte lösen. Beim Rückwärtsfahren z.B. zum Flächenwechsel können sich die Räder bei Kurvenfahrt ausgleichen. Fährt die Walze vorwärts, treiben nach einiger Zeit beide Walzen gleichmäßig.





      Im Heck hinter dem Fahrerstand halten zwei Konsolen den Wassertank. Diesen habe ich auch schon mal vorsorglich wasserdicht verlötet. Bei der echten Walze laufen links und rechts je zwei Rohrleitungen vor und hinter die Hinterräder und Wasser tropft runter. Deshalb dampfte es beim Asphaltwalzen immer, wenn das kalte Wasser auf den Boden tröpfelte.





      Die vordere Walze ist in einem Drehschemel gelagert, dieser muss auch seitlich etwas pendeln können. Deshalt die beiden Lager oben (müssen noch beigeschliffen werden)


      Damit der Drehschemel in Position bleibt und keine Belastungen auf den Lenkantrieb kommen, wird eine quer liegende selbstsperrende Schnecke verwendet. Das zweite Kegelrad geht zum Führerstand auf die Lenkkurbel. Bei einsehbarem Fahrerstand macht es natürlich Sinn, wenn sich die Lenkkurbel beim Lenken mit dreht. Unterwegs dorthin an geeigneter Stelle greift dann ein kleiner Getriebemotor mittels Zahnrad in diese Welle. Lager rechts fehlt natürlich noch.



      Beim Akku bin ich mir noch nicht sicher, ob ich den hochkant einlege (so wie hier), oder ob der Platz reicht um ihn flach einzusetzen und die Lenkkomponenten darüber. Da ich die Walzen noch nicht habe, müssen zufälligerweise passende Reifen als Maß herhalten



      Hier kann man gut erkennen, wie schmal das Teil ist



      Über dem geraden Teil des Rahmenbleches kommt noch halbgebogene Motorabdeckungen, aber viel größer wird das nicht.
      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • :moin:

      sehr schönes Modell, da wünsche ich viel Spaß und gutes Gelingen beim Bau!
      Die Walze kenne ich noch aus meiner Kindheit. Hab die mal in Aktion gesehen. Kann mich nur noch dran erinnern, dass sie wohl an die Seite gefahren werden sollte. Da war der Untergrund aber etwas uneben und der Fahrer bekam die Walze nicht dahin wo sie hin sollte. Die vordere Walze stand vor einem kleinen Hügel und die hinteren Walzen drehten auf der Stelle. Da lief das Teil einen Meter vor und wieder einen Meter zurück, mehr ging nicht. Das ist in meinem Kopf haften geblieben, ich meine ich war damals so ca. 5 bis 6 Jahre alt. :) Kann ja sein, dass ich deshalb schon immer auf breite Reifen mit großen Stollen stehe! ;) ?wegl ?wegl ?wegl

      Gruss, Claus
    • Claus schrieb:

      :moin:

      sehr schönes Modell, da wünsche ich viel Spaß und gutes Gelingen beim Bau!
      Die Walze kenne ich noch aus meiner Kindheit. Hab die mal in Aktion gesehen. Kann mich nur noch dran erinnern, dass sie wohl an die Seite gefahren werden sollte. Da war der Untergrund aber etwas uneben und der Fahrer bekam die Walze nicht dahin wo sie hin sollte. Die vordere Walze stand vor einem kleinen Hügel und die hinteren Walzen drehten auf der Stelle. Da lief das Teil einen Meter vor und wieder einen Meter zurück, mehr ging nicht. Das ist in meinem Kopf haften geblieben, ich meine ich war damals so ca. 5 bis 6 Jahre alt. :) Kann ja sein, dass ich deshalb schon immer auf breite Reifen mit großen Stollen stehe! ;) ?wegl ?wegl ?wegl

      Gruss, Claus
      Tja Claus,

      das war dann bestimmt keine Kaelble :D

      vielleicht so ein hässliches Teil wie die Henschel hier aus dem Museum für Arbeit in Hamburg (ich wollte das Foto schon direkt nach der Aufnahme wieder löschen :) )

      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • Hallo Wolfgang,

      da has Du ein richtig schönes Projekt angefangen :top .

      Sieht mal richtig gut aus was Du schon zeigst, da bin ich gespannt wie es weiter geht, auf jeden Fall ist die Richtung schon gut zu erkennen. Die alten Maschinen sind halt schon richtig interessant :love: .

      Ein früherer Chef von mir, hatte noch bis vor ca. 10-12 Jahren so eine Walze auf dem Hof stehen (und noch einige mehr von den alten Maschinen: diverse andere Walzen, eine Cat Raupe aus den 70er Jahren und einen Weserhütte W4 1949), sind mitlerweile alle verkauft , echt schade.
    • ?gua Wolfgang,
      tolles Projekt, mal was ganz anderes! :top So ein Teil steht bei meinem Arbeitgeber an seinem Hauptsitz in Tuttlingen vor der "Haustüre".
      Wenn ich da mal hinkomme, schieß ich ein paar Fotos zwecks Details usw.
      Herzliche Grüße und gutes Gelingen,
      Wolf :sens
      :spray das Schlimmste für einen Modellbauer ist eine <X " Lackdose-Intoleranz" <X :spray
      Indoor-Parcours-Sueddeutschland.de
    • moin Wolfgang
      Klasse Model das du da in Angriff genommen hast.
      Falls du Bilder oder spezielle Maße brauchst melde dich den an meinem Arbeitsplatz steht so eine und wir setzen sie auch noch zum Wegbau ein. Ist ein besonderes Teil vor allem wen der 3 Zylinder Diesel startet da hörst du jeden einzelnen Zylinder kommen bis sie rund läuft. Und wen du mit dem teil gearbeitet hast dann weist du Abends was du getan hast.
      Grüßle
      LH
      Es gibt Menschen die meinen das sie den Ton angeben dabei Pfeifen sie nur aus dem letzten Loch.
    • Hallo zusammen,


      erst mal vielen Dank an Alle für die positive Resonanz zu diesem Projekt, freut mich natürlich sehr.

      Inzwischen habe ich die Position der Einbauteile endgültig festgelegt. Akku kommt flach (minimal schräg) über den Antriebsmotor, darüber dann das Lenkgetriebe. Darüber und unter der noch zu bauenden Motorabdeckung ist dann grad noch Platz für 2 Fahrtregler und den Empfänger. Mittig mit der Klammer noch gehalten der Lenkmotor


      Das eigentliche Lenkgetriebe ist auch soweit und funktioniert bestens, einige der Lager müssen noch verklebt werden. Zwecks evtl. Reparatur ist nur das kleine Lager an den Kegelrädern demontierbar, alle anderen werden fix verklebt und verschraubt. Die Silberstahlwelle zwischen Kegelrad und Ritzel zum Motor ist in einer gefetteten Messinghülse geführt, diese ist mit 2-K-Kleber in dem abgewinkelten U eingesetzt. Das kleine Kardangelenk überträgt dann die Drehbewegung nach hinten in den Fahrerstand auf die Lenkkurbel, damit sich diese mit dreht.

      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • Hallo zusammen,

      heute Nachmittag habe ich die Antriebswelle soweit fertig eingebaut mit Flachstellen für die Madenschrauben, Kugellager, etc. Die genaue Position der Mitnehmerstifte kann aber erst ermittelt werden, wenn die Walzen da sind. Das Vorderteil mit Lagerung des Drehschemels ist bei der echten Walze ein Stahlstück, um auch mehr Gewicht aufs Vorderrad zu bringen. Da ich keine Fräse habe, habe ich eben einen massiven 15mm Messingklotz eingeklebt und geschraubt. Bis zu dessen Oberkante wird diese Sektion dann eben mit Stabilit (und Schrott innen) ausgegossen. Die schwarz eingekreiste Schraube ist die einzige hier, die evtl. mal gelöst werden müsste. Daher werde ich die Mutter noch durch eine selbst sichernde ersetzen und über das Gewinde eine Messinghülse vor dem Vergießen stülpen.

      Aufwändigstes Teil ist jetzt als nächstes der vordere Bogen, an dem der Drehschemel gelagert wird.



      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • Hallo zusammen,

      der Drehschemel war mir einen Ticken zu wuchtig, zudem hatten die Kaelble ein nach außen offenes U. Daher habe ich den neu gebaut, der rechte mit der Achswelle ist der neue. Den vorderen Bereich des Hauptrahmens habe ich dann noch mit einem kleinen Schott abgegrenzt, alte Schrauben eingelegt und das ganze Gebilde in zwei Durchgängen mit Stabilit ausgegossen. Dadurch ist das Teil geschlossen und hat auch wenig Gewicht zugelegt. Passend beigeschliffen wird dann nach dem endgültigen Aushärten des Klebers.





      viele Grüße

      Wolfgang

      youtube.com/user/Seilbagger1
    • Hallo Wolfgang,

      der neue Drehschemel sieht schon richtig gut aus, die Proportionen stimmen :top . Das mit dem Zusatzgewicht ist auch gut gelöst.

      Ich bin vorallem richtig gespannt wie Du die Aufhängung vom Drehschemel bauen wirst, der Bügel sieht ja schon sehr anspruchsvoll aus.

      Auf alle Fälle ist die Walze jetzt schon der Hammer :res .